Yindalani Primary School

Yindalini

 – eine der 4 x 4 Schulen für Kenia – 

YINDALANI primary school

Makueni, Kenia
Oktober 2024 bis Februar 2026

DIE UMGEBUNG

Der Bezirk Makueni liegt im Süden des Landes und ist neben Kitui aufgrund seiner Ausdehnung, der klimatischen Bedingungen und hohen Armutszahlen am stärksten von Schulabbrüchen und Unterrichtsaufall betroffen.

Die Menschen leben hauptsächlich von der Viehhaltung. Durch die anhaltende Dürre mussten die Familien ihre Bestände enorm reduzieren.

Armut und Mangelernährung beeinträchtigen viele Jungen und Mädchen beim Lernen. In einigen Fällen werden die Mädchen aus der Schule genommen und früh verheiratet, damit die Familien mit dem Brautgeld ihre Viehherde vergrößern können.

ZUSTAND VOR AUSBAU

Diese Schule ist eine der ältesten Schulen im Bezirk Makueni. Sie besteht seit 1976 und ist beim Bildungsministerium als öffentliche Ganztagsgrundschule registriert.

Die Eltern, die das Schulgeld überhaupt noch aufbringen können, sind darüber hinaus nicht in der Lage, zusätzlich noch die finanziellen Mittel für die Instandhaltung der Schulen aufzubringen. Durch die begrenze staatliche Unterstützung für Bildung sind in erster Linie die Eltern dafür verantwortlich, die Strukturen der Schule instand zu halten. In der Folge hatte sich der Zustand der Schule im Laufe der Jahre stetig verschlechtert. Der Kreislauf aus mangelnder Bildung und Armut wird so von Generation zu Generation weitergegeben.

Die Schule brauchte dringend neue Infrastrukturen, um das Lernumfeld zu verbessern.

PROJEKTZIELE & - MASSNAHMEN

Gemeinsam mit der Welthungerhilfe e.V. wurden an dieser Schule folgende Maßnahmen durchgeführt: 

✓ Bau von 2 Klassenräumen

✓ Sanierung von 6 Klassenräumen

✓ Sanierung des Verwaltungstrakts

✓ Ausstattung aller Klassen- und Verwaltungsräume mit entsprechenden

    Möbeln

✓ Bau einer Küche inkl. Heizkesseln

✓ Bau von 3 Latrinenblöcken

✓ Bau eines gemauerten 100 m³ Wassertanks

✓ Anlage eines Gemüsegartens und Teichanlage mit Tropfsystem

✓  Baumaterial für den Schulzaun und ein Tor

✓ Aufgrund erzielter Kosteneinsparungen: zusätzliche Errichtung einer Personalunterkunft mit 3 Zimmern einschließlich Strom- und Wasseranschluss

Zusätzlich wurde auch diese 4 x 4 Schule mit einem Binden-Automat, einer Getreidemühle sowie verschiedenen technischen Geräten, darunter Laptops, Desktop-Computer, Tablets und einem Projektor ausgestattet.

FORTSCHRITTE BIS MÄRZ 2025

Die Ziegelproduktion mit der Hydraform-Maschine ist abgeschlossen, und die erwarteten 15.000 Stück wurden hergestellt. Das Sammeln von lokalem Material wird von den Teilnehmenden fortgesetzt und ist zu etwa 80 % abgeschlossen. 

Der Aushub für den Bau der neuen Klassenzimmer ist erfolgt derzeit.

Die Teichanlage wurde ausgehoben und die Dammauskleidung steht an.

Es wurden zwei Handwerker eingesetzt, einer für die Herstellung von Ziegeln und einer für den Bau neuer Klassenzimmer.

Aufgrund der Gegebenheiten vor Ort ergab sich folgende Situation Für das Lehrpersonal stellt es eine Herausforderung dar, im (zumutbaren) Umkreis der Schule eine sichere Unterkunft zu finden. So wurde nach der Bewertung durch die technischen Teams vorgeschlagen und vereinbart, den gemauerten Lagertank auf 50 m3 und den Latrinenblock des Personals von 3 auf 1  zu verkleinern, um so ein Budget zu schaffen, das diese Änderung berücksichtigt und mindestens 3 Personalunterkünfte vorsieht.

laufende Sammlung von lokalen Materialien in der Umgebung

FORTSCHRITTE BIS AUGUST 2025

Bei einem Besuch vor Ort stellte die WHH fest, dass die Schule kürzlich von einem spendenfinanzierten Projekt profitiert hatte, in dessen Rahmen drei neue Latrinen gebaut worden waren, die den aktuellen Sanitärbedarf der Schule effektiv decken. Um den dringlichsten Bedürfnissen der Schule weiterhin zu entsprechen und nach einer Ortsbegehung wurde in Rücksprache mit uns und der Schulleitung entschieden, die frei werdenden Mittel  in den Bau von Unterkünften für Lehrkräfte zu investieren, um die Attraktivität der Schule zu erhöhen und eine Personalbindung und -stabilität zu gewährleisten .

Auf dieser Grundlage wurde in Absprache mit dem Spender und der Schulleitung ein überarbeiteter Umsetzungsplan vereinbart. Es wird nur eine zusätzliche Latrine –  für die Lehrerunterkünfte – gebaut, um die bestehenden Einrichtungen zu ergänzen. Der vorgeschlagene 100m³ große Wassertank wurde auf einen 50m³ großen Tank verkleinert, um den tatsächlichen Bedürfnissen und der Nachhaltigkeit besser gerecht zu werden. 

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Mit Erlaubnis der WHH bilden wir nachfolgend einen Artikel der kenianischen Mitarbeiterin Susan Njoki Mwangi  einem Besuch der Schule ab: 

Diese Woche hatte ich das Privileg, zwei Schulen im Bezirk Makueni zu besuchen – Yeini und Yindalani –, wo unsere laufenden Bemühungen zur Schulentwicklung, zum Schulbau und zur Schulsanierung buchstäblich Früchte tragen.

Über die sichtbare Infrastruktur hinaus findet ein tiefergreifender Wandel statt – einer, der auf Wissen, Resilienz und Gemeinschaftsgeist basiert. Mit der Unterstützung der Stiftung Kinder unserer Zukunft, befähigt das Projekt Schulen und umliegende Gemeinden, die Lebensmittelproduktion und Ernährung neu zu überdenken.

Durch die Einführung von Farmteichen, Schulgärten und praktischen Ernährungsschulungen nehmen Schulkinder und Eltern neue Ansätze an. Es war unglaublich inspirierend zu hören, wie die Schulkinder erzählten, dass sie nun lokal verfügbare Materialien für den Anbau und Leitungswasser für die Bewässerung ihrer Pflanzen nutzen.

Einige Eltern, die an der Schulung teilgenommen haben, geben dieses Wissen bereits an andere in ihren Gemeinden weiter – so stellen sie sicher, dass auch diejenigen, die die Schulungen verpasst haben, von den Lektionen profitieren und beginnen können, die Ernährung ihrer Familien zu verbessern.

In dieser halbtrockenen Region, in der die traditionelle Landwirtschaft mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert ist, lösen diese kleinen Maßnahmen eine Kettenreaktion des Wandels aus. Die Freude war unübersehbar – als Schulkinder, Lehrkräfte und Eltern ihre ersten Ernten einbrachten, zeugten ihre strahlenden Gesichter von Stolz und Zuversicht.

Der Landwirtschaftslehrer berichtete auch, wie diese Gärten den Unterricht von Theorie zu praktischem Lernen verändert und den Lehrplan relevanter und interessanter gemacht haben.

Das WHH-Makueni-Team unter der Leitung von HOP Nicholas Kimeu ist stolz darauf, diese Gemeinden auf ihrem Weg der Transformation zu begleiten – einem Weg, der Schulen begrünt, Einstellungen verändert und die Saat für die Ernährungssicherheit der Zukunft sät.

Dies ist mehr als ein Schulprojekt. Es ist eine Bewegung – und sie steht erst am Anfang.”

FERTIGSTELLUNG & ABSCHLUSS

Nach Fertigstellung der Bauarbeiten wurde die Schule am 19. Februar 2026 in Anwesenheit von Vertreter*innen der nationalen und der Bezirksregierung in Betrieb genommen. Die Übergabezeremonie der Schule wurde mit großer Freude durchgeführt, und die Schule wurde offiziell an die Gemeinde und die Regierung übergeben.

Mit Unterstützung geschulter Eltern und Lehrkräfte legte der Landwirtschaftsclub der Schule einen Küchengarten mit verschiedenen Gemüsesorten wie Tomaten, Grünkohl, Spinat und Amaranth an. Dabei kamen unterschiedliche Anbaumethoden und Bewässerungssysteme zum Einsatz.

Die Schüler*innen übernahmen gemeinsam mit ihren Betreuer*innen die Pflege des Gartens, während Eltern insbesondere an Wochenenden und in den Ferien unterstützten.

Der Schulgarten konnte bereits zwei erfolgreiche Erntezyklen durchführen. Ein Teil der Ernte wurde für die Schulmahlzeiten verwendet und trug zur Verbesserung der Ernährung der Schüler*innen bei. Überschüsse wurden verkauft; die Einnahmen flossen in Saatgut und Materialien für den weiteren Anbau. Dadurch entwickelt sich der Schulgarten zu einem nachhaltigen und selbstragenden System.

Zusätzlich legte der Landwirtschaftsclub eine Trockenlandfarm an, auf der Sorghum, Kuhbohnen und Mungbohnen angebaut wurden. Das geerntete Sorghum wird mit der installierten Solarmühle zu Mehl verarbeitet und für die Zubereitung von Brei für die Schüler*innen genutzt. Die Bohnen werden für die Schulmahlzeiten verwendet.

Der Wandel an der Yindalani-Grundschule ist immens : Wo zuvor überfüllte und beschädigte Klassenräume den Schulalltag erschwerten, ist heute eine moderne und motivierende Lernumgebung entstanden. Schüler*innen und Lehrkräfte berichten von einer deutlich höheren Motivation, besseren Lernbedingungen und steigender Schulbeteiligung. Die Schule hat sich damit zu einem wichtigen Bildungsstandort und zu einem sichtbaren Zeichen der Hoffnung und Entwicklung in der Region entwickelt.

Auch die begleitenden Maßnahmen, insbesondere der Gemüsegarten und die verbesserte Wasserversorgung, leisten einen wichtigen Beitrag zur Ernährungssicherung und zum Wohlbefinden der Schüler*innen. Die Erträge aus dem Garten werden sowohl für die Schulmahlzeiten genutzt als auch teilweise verkauft, wodurch die Nachhaltigkeit des Projekts gestärkt wird.

Anzahl der Schüler

Vor der Sanierung der Schule

86

Nach der Sanierung der Schule

127