Region Karamoja, Uganda

Lolet-Ekia liegt im Regenschatten des Mount-Moroto-Gebirgszugs. Regen sind unzuverlässig und unzureichend. Keimende Saaten verwelken oft durch Trockenheit. Es ist nicht selten, dass die Bevölkerung bis zu 5-mal, in Hoffnung auf dauerhaften Regen, aussät und trotzdem keine Ernte einfahren kann.

Die Gegend um die Schule ist deshalb besser für extensive Viehhaltung mit den kleinen und zählen Rindern, Schafen und Ziegen der Lokalrassen geeignet.

Mangels anderer Einkommensmöglichkeiten hat die Bevölkerung den früher vorhandenen Baumbestand fast vollständig abgeholzt und so das Land ungeschützt der Erosion durch Wasser und Wind ausgesetzt. All dies, und noch verstärkt durch die Auswirkungen der COVID-19 Restriktionen der ugandischen Regierung, führte zu einer massiven Verarmung der Bevölkerung. Ein erheblicher Teil scheint hinsichtlich einer nachhaltigen Verbesserung der Lebensperspektiven bereits resigniert zu haben. Entsprechend schwer ist es, diese Zielgruppe zu einer eigenständigen Verbesserung ihrer Lebensbedingungen zu motivieren.

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Zustand vor Ausbau

Umso überraschender und positiver ist die Geschichte der Grundschule Lolet-Ekia. Die Schule begann im Jahre 2004 als Teil der Initiative, Hütejungen in Karamoja eine Grundbildung zu vermitteln. Einige Jungen wurden, auf Baumstämmen statt Bänken sitzend, von freiwilligen Lehrern die Grundzüge des Lesens und Schreibens vermittelt. Auf Grund des Erfolgs dieser Maßnahme erhielt die Schule 2007 drei Klassenräume und das Büro des Schulleiters. Dies sind bis heute die einzigen festen Gebäude der Schule. Im Jahre 2010 baute die Bevölkerung in Eigenleitung ein provisorisches Küchengebäude. Auch dieses wird bis heute genutzt.

Der heutige Schulleiter setzt sich unermüdlich für die Belange der Schule ein. So erreichte er, dass nun der volle Schulzyklus der Grundschule, der in Uganda sieben Klassen umfasst, angeboten werden kann. In diesem Jahr werden die ersten SchülerInnen von Lolet-Ekia die Grundschul-Abschlussprüfung ablegen.

Die Zahl der SchülerInnen nahm kontinuierlich, nach Ende des COVID-Lock-downs im Januar 2022 sprunghaft, zu. 787 Kinder (387 Jungen, 400 Mädchen) besuchen die Schule regelmäßig und sprengen damit bei weitem die räumlichen Möglichkeiten.

Als Übergangslösung zur Unterrichtung der Kinder während der Regenzeit stellte die Welthungerhilfe ein großes Zelt bereit.

Der Versuch der Schule, einen eigenen Schulgarten anzulegen, scheiterte dagegen auf Grund der Dürre und des Fehlens einer Umzäunung. Setzlinge von Mangos und Guaven vertrockneten oder wurden von Ziegen gefressen.

Die Schule hat deshalb die Eltern motiviert, in freiwilliger Eigenleistung eine Hecke rund um das Schulgelände zu pflanzen. Beim letzten Besuch der WHH wurden die Einzelheiten anlässlich einer Elternversammlung festgelegt.

Die Hygienesituation der Schule ist völlig unzureichend. Für fast 700 Jungen und Mädchen stehen lediglich 2 Latrinenplätze zur Verfügung.

Projektziele und- maßnahmen

Die Schule bat um weitreichende Unterstützung. Auf dieser Basis wurde selektiv folgende Auswahl getroffen:

✓ 3 zusätzliche Klassenräume

✓ Trocken-Kompost-Toiletten, 4 Plätze für Jungen, 4 für Mädchen

✓ Lagerraum mit 2 kleinen Silos

✓ Fortführung des Zusatzunterrichts an Nachmittagen und Wochenenden

✓ Weitere Unterstützung für Schülerinnen mit Babys und Kleinkindern.