County Turkana, Kenia

Die Dorfgemeinschaft Musug liegt knapp 100 Kilometer Luftlinie von Kangamojoj Richtung Westen entfernt. Die Armut ist groß, die halbnomadischen Familien leben hauptsächlich von der Viehzucht, der Bildungsstand ist extrem niedrig. Traditionelle Praktiken wie Zwangsheirat von jungen Mädchen und die Mitarbeit der Jungen bei der Viehhaltung verhindern bessere Zukunftschancen für die heranwachsenden Generationen. Viele Familien möchten ihren Kindern eine gute Schulbildung ermöglichen, doch unter den gegebenen Umständen bricht die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler die Primary School bereits in den ersten Jahren ab.

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Zustand vor Ausbau

Die Dorfgemeinschaft Musug liegt knapp 100 Kilometer Luftlinie von Kangamojoj Richtung Westen entfernt. Die Armut ist groß, die halbnomadischen Familien leben hauptsächlich von der Viehzucht, der Bildungsstand ist extrem niedrig. Traditionelle Praktiken wie Zwangsheirat von jungen Mädchen und die Mitarbeit der Jungen bei der Viehhaltung verhindern bessere Zukunftschancen für die heranwachsenden Generationen. Viele Familien möchten ihren Kindern eine gute Schulbildung ermöglichen, doch unter den gegebenen Umständen bricht die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler die Primary School bereits in den ersten Jahren ab.

Zu Beginn dieses Projektes bestand die Musug Primary School aus zwei einfachen Räumen für die Klassen eins bis drei. Dies reichte für rund 300 SchülerInnen aber bei weitem nicht aus. So fand der Unterricht klassenübergreifend in überfüllten Räumen statt.

Es gab nicht genügend Bänke, Bücher, Karten und andere Materialien fehlten, der Fußboden hatte bereits große Löcher. Es gab weder Toiletten noch Waschgelegenheiten oder Trinkwasser. Wer auf Toilette musste, benutzte die einzige Latrine der angrenzenden Vorschule oder ging in die Büsche. Das Wasser brachten die Schülerinnen und Schüler von zu Hause in Kanistern mit. Meist war es verunreinigt. Trotzdem tranken die durstigen Kinder und Lehrkräfte das unbehandelte Wasser. Es wurde auch für die Zubereitung der Schulmahlzeiten genutzt, sofern das Bildungsministerium in Ausnahmesituationen Nahrungsmittel bereitstellte. Unter derart schlechten Bedingungen ließen sich kaum qualifizierte Lehrkräfte finden. So griff der Schulvorstand auf ungelernte und unerfahrene Aushilfen zurück, was wiederum das Bildungsniveau an der Schule senkte.

In Musug sind derzeit 307 Schülerinnen und Schüler für die Klassen eins bis drei registriert. Mit 158 Anmeldungen bilden die Mädchen die Überzahl. Dennoch besuchen längst nicht alle schulpflichtigen Jungen und Mädchen regelmäßig den Unterricht. Ob ein Kind zur Schule geht, hängt oft vom Wetter, den Jahreszeiten und der allgemeinen Situation der Familie ab. Wird das Kind bei der Vieharbeit, zum Wasserholen oder bei der Betreuung jüngerer Geschwister gebraucht, bleibt es dem Unterricht fern. Mädchen werden bereits ab 10 Jahren mit älteren Männern verheiratet, die Vieh und damit Ansehen besitzen.

Wer die achtjährige Primary School abschließen möchte, muss das Dorf nach der dritten Klasse verlassen. Die aufbauenden Schulen liegen 30 und 50 Kilometer. Die Wege sind so schlecht, dass die Kinder in der Nähe der Schule übernachten müssen. Obwohl der Unterricht an sich kostenfrei ist, können nur die wenigsten Hirtenfamilien das Geld für Transport, Unterkunft und Mahlzeiten aufbringen.

Projektziele und- maßnahmen

In Zusammenarbeit mit der Welthungerhilfe soll die Situation der Schulkinder an der Musug Primary School verbessert werden:

✓ Neubau und Ausstattung von 6 Klassenräumen und einem Lehrer/Verwaltungsblock

✓ Bau von 1 gemauerten Wasserspeicher mit 50m³

✓ Bau von 3 Grubenlatrinen (jeweils eine Doppelkabine für Mädchen, Jungen und Lehrkräfte)

✓ Bau und Ausstattung von 1 Schulküche

✓ Anlage eines Schulteichs mit Tröpfchenbewässerungssystem

✓ Anlage eines Schulgartens

✓ Schulung von Lernenden in den Bereichen Grundernährung (Anbau von Gartenfrüchten) und Hygiene, insbesondere für Mädchen in Bezug auf das Thema Menstruation.

Insgesamt sollen die verbesserten Bedingungen der Musug Primary School attraktive Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte in der Region schaffen, was wiederum die Qualität der Bildung und somit die Zukunftschancen der heranwachsenden Generationen steigert.

Fertigstellung der Musug Primary School

Alle geplanten Maßnahmen wurden erfolgreich umgesetzt und die Freude ist auf allen Seiten groß.

Vor allem die Schüler*innen sind begeistert von den neuen Klassenzimmern. Sie freuen sich über mehr Räume zum Lernen und Studieren. Sie zeigen sich sehr dankbar über saubere und ausreichende Toiletten, eine gute und stabile Wasserversorgung und die Möglichkeit, eigenes Gemüse im Gemüsegarten anzupflanzen und zu ernten. Sie erhalten nun täglich frisch zubereitete und sowohl gesunde als auch ausgewogene Mahlzeiten. Dies alles trägt dazu bei, den Kindern einen sicheren, geschützten Rahmen zu bieten,  durch den die Grundvoraussetzung für ein gesundes Lernen geschaffen ist.

Zusätzlich bieten die verbesserten Bedingungen der Musug Primary School deutlich attraktivere Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte in der Region. Das wiederum steigert die Qualität der Bildung und somit die Zukunftschancen der heranwachsenden Generationen.

Um die Nachhaltigkeit der Infrastruktur zu erhöhen, wurden zudem Trainings mit dem Lehrerpersonal und den Eltern in den Bereichen Management und Selbstorganisation durchgeführt.

Zum Abschluss des Projektes fand eine farbenfrohe Übergabezeremonie statt, an der die Schulgemeinschaft, der Bezirk und die nationale Regierung sowie andere Interessenvertreter teilnahmen. Die Zeremonie wurde vom Landesdirektor der Welthungerhilfe in Kenia begleitet.