Marsabit County, Kenia

Die meisten Menschen im Landkreis Marsabit leben größtenteils noch als nomadische Viehhirten und das in extremer Armut. In vielen Fällen sind sie auf die Ausgabe von Hilfsgütern durch das Welternährungsprogramm (WFP) und die eigene Selbstversorgungslandwirtschaft angewiesen. Die derzeitige anhaltende Dürre und die große Armut haben den Bewohner*innen die Lebensgrundlage entzogen, so dass die betroffenen Haushalte noch weniger Möglichkeiten haben, sich ausreichend zu versorgen, geschweige denn das Recht der Kinder auf Bildung und Gesundheit durchzusetzen.

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Zustand vor Ausbau

Die Grundschule von Kambi Nyoka liegt im Nordosten von Marsabit und wird aktuell nur von 39 Kinder (16 Jungen und 33 Mädchen) besucht, obwohl das Dorf etwa 449 Haushalte mit schulpflichtigen Kindern hat. Aufgrund der vorwiegend nomadischen Lebensweise, der begrenzten staatlichen Unterstützung für Bildung und der hohen Armutsrate von 81% verschlechterte sich auch der Zustand der Grundschule von Kambi Nyoka seit seiner Gründung im Jahr 2020 stetig.

Die unzureichende Qualität der Grundschule hat die wenigen Eltern, die es sich noch irgendwie leisten können, dazu gezwungen, ihre Kinder nach Erreichen des schulpflichtigen Alters an benachbarte Schulen, die bis zu 50 km entfernt liegen, zu schicken. So besuchen mehr als 400 Schüler*innen aus Kambi Nyoka andere und weiter entfernte Schulen. Da dies mit höheren finanziellen und logistischen Mitteln verbunden ist, schicken die meisten Eltern maximal ein Kind zur Schule.

Die Kambi Nyoka Schule besteht aus einem provisorischen Klassenzimmer, einer Behelfsküche und einer unvollständigen Grubenlatrine. Das Gebäude aus Eisenblech heizt sich durch fehlenden Schatten sehr stark auf. Die anstauende Hitze macht ein konzentriertes und längeres Lernen unmöglich. Eine funktionierende Wasserversorgung ist nicht gegeben.

Das Klassenzimmer dient zusätzlich als Lebensmittellager für die Kinder. In einer Metallkiste bewahren die Kinder ihre Bücher und Stifte auf. Jedes Elternteil zahlt monatlich 1,60 Euro, um das Gehalt des Hausmeisters zu finanzieren, der für die Wartung des Schulgeländes verantwortlich ist.

Aufgrund der mangelnden Infrastruktur kündigten viele Lehrer*innen in dem Bereich der Früherziehung /Vorschule (ECDC: Early Childhood Development Center). Die Schule bietet ihnen kein attraktives Lernumfeld. Die Arbeitsbedingungen sind zu schlecht. Die Schule verfügt daher derzeit nur noch über eine ECDE-Lehrkraft, die den Unterricht unterstützt.

Projektziele und- maßnahmen

✓ Bau von 1 gemauerten Zisterne von 50 m3

✓ Bau und Ausstattung von 8 Klassenzimmern

✓ Bau von 3 Grubenlatrinen

✓ Bau und Ausstattung von 1 Verwaltungsgebäude (mit Mobiliar)

✓ Bau und Ausstattung von 1 Küche

✓ Bau von 5 Lehrer*innenwohn-Einheiten

✓ Bau von insgesamt 2 Schlafsälen für Jungen und Mädchen (mit je 3 eingebauten Latrinen, Duschen und Waschbecken)

✓ Bau eines Teiches mit Tropfsystemen

✓ Anlage und Bepflanzung eines Gemüsegartens

✓ Erweiterung und Sanierung von Zaun und Tor

✓ Bau von Spielplatz und Sportgeräte

✓ Schulung der Schulkinder in Landwirtschaft /Gemüseanbau und damit verbunden die Bedeutung von Gemüse für eine gesunde und ausgewogene Ernährung

✓ Schulung in Hygiene, insbesondere für Mädchen im Zusammenhang mit der Menstruation plus Verteilung von Hygienekits (Seife, wiederverwendbare Binden, Waschlappen)

Das benötigte Baumaterial wird auch hier teilweise von den Eltern in Eigenleistung hergestellt. Mit Hilfe einer Ziegelpresse der WHH fertigen sie z.B. die Ziegelsteine für den Bau der Klassenzimmer und des Verwaltungsblocks an und erhalten dafür eine Aufwandsentschädigung. Das Einbeziehen der Dorfgemeinschaft ist wichtig, um das Gefühl der „ownership“ (Eigentum der Schule) zu erhöhen. Das abschließende Training für die Eltern und die Lehrerschaft hinsichtlich der Wartung und des Managements der Schule dient dem Erlernen auch weiterer Kompetenzen, wie Gruppenorganisation, Entscheidungsfindungsprozesse, Mediation und Konfliktlösungsmechanismen.