Turkana, Kenia

Zustand vor Ausbau

Die Gemeinschaft im Dorf Kangamojoj im County Turkana im Norden Kenias zählt zu den ärmsten Gegenden des ganzen Landes.

Die Lebensweise der Familien, ihre große Armut und traditionelle kulturelle Praktiken, wie die frühe Zwangsverheiratung von Kindern und deren Mitarbeit bei der Vieharbeit, führen dazu, dass die Bildungschancen für viele Mädchen und Jungen sehr gering sind.

Erschwerend kommt der schlechte bauliche Zustand der wenigen Schulen in den Gemeinden hinzu. Eine Unterstützung seitens des Bezirks und der nationalen Regierung war in der jüngsten Vergangenheit minimal oder gar nicht vorhanden.

Eine mangelhafte Schulinfrastruktur verschlechterte die ohnehin ungünstigen Lernbedingungen, da entweder in den wenigen verfügbaren Räumen Überfüllung herrschte oder die Lernenden von vorneherein im Freien lernen mussten, da schlichtweg keine Klassenräume vorhanden waren.

Zu Beginn des Ausbaus verfügte die Kangamojoj Schule lediglich über ein kleines Bürogebäude und zwei feste Klassenräume, die die älteren Klassen im Rotationsprinzip nutzten. Für die übrigen Schülerinnen und Schüler fand der Unterricht im Freien, im Schatten eines verdorrten Akazienbaums, statt. In der Region ist es meist sehr heiß und trocken, es wehen starke Winde, so dass es sehr staubig ist.

In der Regenzeit hingegen kommt es zu Starkregen, die dann wiederum zu wochenlangen Überschwemmungen führen können. Häufig ist deshalb ein Unterricht im Freien gar nicht möglich.

Die Schule hat keine Wasserquelle in der Nähe, und die Schülerinnen und Schüler trugen das Wasser von zu Hause in Kanistern zur Schule. Das oft verunreinigte Wasser wurde von den Schülern und Schülerinnen unbehandelt getrunken.

Projektziele und- maßnahmen

Die Welthungerhilfe wollte die Situation der Schulkinder an der Kangamojoj Grundschule mit dem vorliegenden Projekt verbessern. Die Mädchen und Jungen sollten ein sicheres und kindgerechtes Lernumfeld erhalten. Mithilfe des Ausbaus der Wasserversorgung und Sanitärinfrastruktur und durch die Aufklärung über Hygienepraktiken sollte außerdem für Hygiene und eine ausgewogenere Ernährung gesorgt werden.

Zudem sollen Schüler mithilfe eines neuen Schulgartens lernen, wie man nährstoffreiches Obst und Gemüse sowie dürreresistente Getreidearten mit simplen Methoden selbst anbaut. Die geernteten Erzeugnisse werden in der neuen Schulküche zu nahrhaften Mahlzeiten für die Schülerinnen und Schüler verarbeitet.

  • Neubau und Ausstattung von 6 Klassenräumen
  • Bau von 1 gemauerten Wasserspeicher 50m³
  • Bau von 3 Grubenlatrinen (jeweils eine Doppelkabine für Mädchen, Jungen und Lehrkräfte)
  • Bau und Ausstattung von 1 Bürogebäude mit Büros der Schulleiterin/ des stellvertretenden Schulleiters und Lehrerzimmer
  • Bau und Ausstattung von 1 Küche
  • Bau von Lehrerunterkünften
  • Anlage eines Schulteichs mit Tröpfchenbewässerungssystem
  • Installation von Zaun und Tor
  • Spielplatzgeräte und Sportgeräte
  • Schulung der Eltern zu Instandhaltung der Schule und Einrichtungen, Diversifizierung des Lebensunterhalts
  • Ausbildung von Lernenden in den Bereichen gesunde Ernährung und Hygiene, einschließlich von Mädchen in Bezug auf menstruationsbezogene Themen

Fertigstellung der Kangamojoj Grundschule

Am 31. November 2021 wurde die Kangamojoj Grundschule erfolgreich an die Gemeinde übergeben.

Alle geplanten Maßnahmen wurden erfolgreich umgesetzt.

Die gesamte Dorfgemeinde, die lokale Bezirksverwaltung und das Bildungsministerium zeigten sich sehr zufrieden mit der Qualität der Bauarbeiten und der fertigen Schule mit ihrer kompletten Infrastruktur. Auch die SchülerInnen sind von den neuen Klassenzimmern, dem Spielplatz und den Sportgeräten begeistert. Sie freuen sich über mehr Räume zum Lernen und Studieren; über saubere und ausreichende Toiletten und die Möglichkeit, eigenes Gemüse im Gemüsegarten anzupflanzen und zu ernten.

Das Lernumfeld hat sich durch die Erweiterung der Schule und den Bau von Unterkünften sowie Sanitäranlagen nachhaltig verbessert. Die Zufriedenheit des Lehrerpersonals ist gestiegen.

Dank des Wasserspeichers verfügt die Schule nun über eine gute Wasserversorgung. Schulungen rund um das Themen Hygiene führen zu mehr Sauberkeit sowohl auf dem Schulgelände als auch bei den einzelnen SchülerInnen.

Das Bildungsministerium hat die Schule zu einer Junior-Sekundarschule nach dem neuen staatlichen Lehrplan ernannt; dies bedeutet, dass die jetzigen GrundschülerInnen den Sekundarabschluss an dieser Schule ablegen können. Zudem hat sich die Welthungerhilfe mit Unterstützung der Gemeindevorsteher und des Bildungsministeriums dafür eingesetzt, dass die Einschulungsrate steigt.

Mithilfe des neuen Schulgartens können die Kinder lernen, wie man nährstoffreiches Obst und Gemüse sowie dürreresistente Getreidearten mit simplen Methoden selbst anbaut. Die geernteten Erzeugnisse werden in der neuen Schulküche zu nahrhaften Mahlzeiten für die Schülerinnen und Schüler verarbeitet. Die in der Küche installierten modernen Kochherde reduzieren die Rauchentwicklung in der Küche und sorgen so für ein gesunderes Umfeld.

Durch den Bau eines Spielplatzes und die Ausstattung mit Sportgeräten können sich die Kinder in ihrer Freizeit sportlich betätigen. Dies fördert das Lernen und wirkt sich positiv auf die gesamte Entwicklung der Kinder aus.

So sieht die fertige Schule aus: